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Montag, 14. Januar 2013

Über Motivations- & Zeitprobleme und der Versuch Lücken sinnvoll zu nutzen

Jeder kennt wohl den Spruch, aus meinem Motivationsproblem wird ein Zeitproblem. Doch warum passiert das immer wieder?

Ich z.B muss unbedingt bis zum 10. jedes Monats meine Umsatzsteuer voranmelden, weil ich mich beim Kleinunternehmertum aus diversen Gründen dazu entschieden habe, UST abzuführen. Und was ist? Es ist der 13. und ich hab es immer noch nicht gemacht, obwohl die Daten vorliegen und das Eintragen wenige Minuten dauern würde.

Das Selbe Prozedere ist auch beim Lernen, lieber stresse ich mich die letzten paar Tage rein, als dass ich schon gechillt einen Monat früher anfange. Ich habe mal etwas von der Krankheit Aufschieberritis gelesen und die Symptome passen perfekt. Es wird bewusst etwas so lange aufgeschoben, bis es gar nicht mehr anders geht und man nimmt sogar die negativen Auswirkungen in Kauf. Mein Problem ist nur: Es klappt halt einfach immer. Zwar mit mehr Stress aber es klappt. Wahrscheinlich habe ich innerlich dann doch ein Gespür für den Punkt, wann ich spätestens starten muss. Aus meiner persönlichen Sicht kann ich aber auch sagen, ich arbeite einfach auch verdammt effektiv, wenn es denn sein muss. Das ist wohl eines meiner wenigen großen Talente. :D

Besser wäre es, ich bekomm es so hin wie jetzt. Ich sitze gerade im Zug Richtung WG und anstatt dass ich wie üblich meine Zeit mit Solitär totschlage, habe ich den Newsletter zu meiner bis Dato etwas verwaisten Seite Zock4Help geschrieben und sitze gerade an diesem Blogbeitrag, damit auch mein privater Blog wieder halbwegs aktuell ist.

Bis zu meiner Abreise in knapp 26 Tagen nach Madagaskar ist noch einen riesen Haufen Arbeit vor mir. Zu allem Überfluss schreibe ich auch noch 4-5 Prüfungen, wobei zwei davon richtige Einläufe werden könnten. In meinem Werksstudium stehen auch noch einige wichtige Meetings an, die mir aber weniger Kopfzerbrechen bereiten, da ich hier top vorbereitet bin. Eher bereitet mir Kopfzerbrechen, wie ich die 20 Stunden in der Woche zusammenbekomme, damit ich nicht zu viel (unbezahlten) Urlaub für meine Mitarbeit im Entwicklungshilfeprojekt nehmen muss.

Nebenbei möchte ich auch wieder regelmäßig Sport machen. Da ich vor kurzem mit (und auch dank) Alex die 10km in unter 60 min bei hügeliger Strecke geschafft hat, motiviert mich das natürlich zusätzlich. Jedoch müssen die Sportzeiten auch gut geplant werden, da sie sich z.B nicht mit den Impfungen überschneiden sollten und ich danach nicht so tot bin, damit ich wieder nichts schaffe. Es soll einfach ein guter Ausgleich werden und vielleicht trägt es auch ein wenig zur Strandfigur bei, denn mein Winterspeck nervt mich :D

Meine Taktik ist die zu versuchen, die Lücken wie diese hier sinnvoller zu nutzen. Jedoch ist es einfach zu verlockend, heim zu kommen, den Laptop anzuschmeißen und einfach abzuschalten. Nerdzeit schön und gut, man muss ja auch aufpassen vor der Modekrankheit BurnOut, aber manchmal versumpft man doch zu sehr in den sinnlosesten Seiten des Internets. Eine ToDo Liste hilft mir zwar manchmal den Überblick zu behalten, jedoch kleben die einzelnen Punkte auch wie Ballast auf meinen Schultern, sodass ich wieder in den Teufelskreis verfalle, es aus Panik aufzuschieben.

Wie ihr seht, bin ich nicht recht weiter gekommen bei meiner Problematik. Das Wichtigste ist eh Motivation und den Sinn hinter seinen Aktivitäten zu sehen. Immerhin habe ich mal wieder einen Blogeintrag geschafft, mich um eines meiner Projekte gekümmert und bin nur noch 10 Minuten von Regensburg entfernt. Erst einmal noch schnell eine Runde Solitär spielen :D

Donnerstag, 3. Januar 2013

Mein Jahr 2012

Das Jahr 2012 konnte ja fast nur besser werden, nach dem turbulenten 2011. Angefangen hat das Jahr mit meinem Einzug in die WG, von dem ihr schon in dem einen oder anderem Blogpost mehr erfahren habt. Trotz der großen Erleichterung endlich wieder eine eigene Wohnung zu besitzen (nach der Kündigung meiner Wohnung, da ich mit meiner damaligen Freundin zusammenziehen wollte und dann schluss war, stand ich ja bekanntlich knapp 3 Monate ohne Wohnung da), konnte ich mich nicht lange darüber freuen, denn die Bewerbung für den Info-Master stand an.

Meine Willkommenheißung in der WG
Da ich eh schon länger als geplant für meinen Bachelor gebraucht habe, wollte ich nicht noch ein Semester verlieren, deshalb bewarb ich mich für den Master-Studiengang mit dem Plan einer Doppelimmatrikulation. Meine Bachelorarbeit war nämlich noch längst nicht fertig. Das hat glücklicherweise funktioniert.
Nachdem dann auch die wichtigste und letzte Prüfung für den BA Anfang Februar erfolgreich war, konnte die Anspannung mal für kurze Zeit weichen.

Dort begannen dann auch die legendären Donnerstage mit einem der beiden Mitbewohner, Berti. Meistens ging es zuerst ins Shisha und dann noch auf 2-3 Absacker in eine Absteigerkneipe. Vor allem die Gespräche mit dem Barmann hätten eigentlich für die Nachwelt aufgezeichnet werden müssen (scheiß Faulheit, dass das nicht passiert ist). Manchmal ist es auch eskaliert, aber auch da entstanden tolle Geschichten, wie Bertis bester Kumpel XY. Er prägte den Satz "und genau das ist der undasheeet (unterschied)". Er machte kurz nach diesem Abend seinen Traum einer kleinen Weltreise wahr und mahnte mich an, dass er meinen Einsatz für den Regenwald erst respektiert, wenn er ein Bild von mir in eben Diesem sieht.

Im März war es dann auch soweit, dass ich meinen Einzug endlich nachgefeiert habe. Und wie es sich für einen betrunkenen Kellerlanplayer gehört, habe ich meine Gäste nicht enttäuscht. Ich musste 2x in die Notaufnahme und durchlebte eine melancholische Phase nach der anderen. Yeah. Großen Dank an Alex und Berti, für alles Geleistete.
Trotz erfolgreicher Burnout-Woche, die ich eingeschoben habe um meinen Zielen (Sportlichkeit und Bachelorarbeit fertig zu bekommen), näher zu kommen, war ich offensichtlich noch nicht ganz zufrieden mit mir selbst. Um aus meinem Trott rauszukommen und mich von meinen Gefühlen abzulenken, machte ich das was ich immer tat: Mehr Sport.

Zwei wie Pech und Schwefel

So fing alles an
Die sportliche Phase klappte auch sehr gut, mindestens 5x Sport in der Woche, davon meist 1x Schwimmen 1-2x Laufen und 2-3x Fußball, dazu gemäßigtes Krafttraining waren anfangs zwar hart, aber sie haben mir wieder gezeigt, was in mir steckt. Der sportliche Höhepunkt war dann auch der Aufstieg unserer Fußball-Mannschaft ohne eine Niederlage. Zur Feier ging es nach Italien an den Gardasee. Top Wetter, hammergeiler Pool und meine Joggingausflüge durch den angrenzenden Weinberg waren ziemliche Erholung. Erstaunlicherweise ist es zu keinem größeren Zwischenfall gekommen, das kannte ich von meinem alten Heimatverein immer anders :D

Nachts auf Italiens Straßen

Doch dann kam, was kommen musste: Ich verletzte mich an einem Punkt, wo ich wirklich mit meiner Leistung zufrieden war und fast mein Idealgewicht erreicht habe. Da ich noch mitten im Bachelorarbeitsstress war, ging es am Anfang noch.

So dümpelte der Juli nur so vor sich hin und ich machte nichts außer zu arbeiten und dort meine BA fertig zu schreiben. Da die Verletzung eigentlich nicht schlimm war, hoffte ich spätestens im August wieder Sport treiben zu können.
Es kam natürlich so wies kommen musste und mein Sprunggelenk war nach 6 Wochen Ruhe immer noch auf dem Heilungsstand von einer Woche. Mit der BA lief es auch nicht. Ich hatte enorme Probleme bei der Prototypprogrammierung bei der mir nicht viel weitergeholfen werden konnte. Mit viel Panik und durchgemachte Nächte habe ich das genau zur Deadline mal wieder hingebogen. Alles verlief dann soweit gut und ich konnte sie am 21.08, 14 Tage vor dem Endtermin endlich abgeben.

Start unseres (erfolgreichen) Gaming-Blogs:

Gut, ich muss zugeben, es lag vielleicht auch an dem Start unserer Gaming-Plattform Gamebolds, welcher offiziell am 20.08 gestartet ist. Das hat auch mehr Arbeit verschlungen, als geplant. Ich glaube selten ist ein Hobbyprojekt ohne viel Geld so senkrecht gestartet wie unseres.
Neben der Gewerbeanmeldung und der Entscheidung Umsatzsteuer abzuführen, was vor allem einiges an buchhalterischer Arbeit bedeutet sind wir sehr schnell gewachsen. Neben den vier Gründungsmitgliedern haben wir in kürzester Zeit Zuwachs von 6 (noch unbekannten) Redakteuren bekommen. Schnell brach Unordnung und Unstrukturiertheit ein. Trotz Projektmanager-Erfahrung dank meiner Werksstudententätigkeit, war es doch interessant zu sehen, wie es bei einem neuen Projekt mit unterschiedlichen Charakteren Startschwierigkeiten gibt.
Diese konnten wir relativ gut nach dem zweiten Teamspeak-Treffen beheben. Generell dürften wir (wie gesagt für ein Hobby-Projekt) äußert professionelle Strukturen besitzen.
Krass ist auch, dass wir (dank der Anstrengung Aller) schon im November fast mit jedem namhaften Publisher/Entwickler zusammengearbeitet haben (d.h Rezensionsexemplare bekommen und eigenen Ansprechpartner erhalten). Zu nennen wäre da z.B Square Enix, Konami, Warner, Paradox, Ubisoft uvm. Aber vor allem mit zahlreichen Indie-Studios war der Kontakt sehr witzig. Mittlerweile ist der Gameblog auf 13 Leute angewachsen und im Dezember dürften wir die 15.000 Unique-Besucher knacken.

Zur Feier, bzw Vorbereitung des Starts und um mal wieder alle beisammen zu sein, ging es Anfang August noch an den "Voaddaweiher". Ein ziemlich geil gelegener Weiher von Achmets Vater mittem im Wald. Dort stellte sich heraus, dass sich Chevapchichi vortrefflich im Lagerfeuer zubereiten lässt.

Chillen am Steg

Gemütlich am Lagerfeuer

Achmets Einzug 

Berti war mittlerweile leider schon knapp 2 Monate in den USA. In der WG wurde es zunehmend langweiliger. Wir hatten zwar einen neuen Mitbewohner, aber den sah man höchstens zum pinkeln. Doch selbst seine Klogänge hat er ziemlich rationiert. Unser Plan eine "wilde Goas" (heiße Frau Anm. d. Red.) als Zwischenmieterin in die Wohnung zu holen, war so kurzfristig leider nicht in die Tat umzusetzen. Als das Gastspiel zu Ende war, zog Achmet (ist nur sein Spitzname) endlich ein. Die Gamebolds-WG war geboren.

Mein zwischenzeitlicher Versuch wieder ins Fußballtraining einzusteigen ist natürlich gründlich fehlgeschlagen und so war mein Heilungsfortschritt wieder bei 0. Langsam konnte ich mich mit dem Essen auch nicht mehr zurückhalten und so war der JoJo-Effekt unausweichlich. Glücklicherweise habe ich mit dem Krafttraining weitergemacht, sodass die Auswirkungen nicht so schlimm waren, wie im Jahr davor. Da war meine Krankenakte zu dem Zeitpunkt ähnlich.

So strichen die Wochen dank viel Arbeit für Gamebolds, anfängliche Studienmotivation und natürlich meinem Halbtagsjob so durchs Land. Doch das WG-Leben wurde wieder super. Es gab nie Streit wegen aufräumen, Essen besorgen, Kosten teilen oder Wohnzimmer Nutzung. Es ist fast wie in einer Kommune ohne Frauen. Jedem gehört alles, jeder trägt so viel bei, wie er kann. Die Bude war auch immer voll. Sei es zum Fußball schauen, zum spontanen Risiko-Match, einfach zum Wochenend-Besäufniss oder aber Chorknaben-Besuch von Alex zahlreichen Ensembles.

Verkleidungs-Wochen

Ende Oktober bis Mitte November waren dann die Verkleidungswochen. Eigentlich bin ich ja nicht so der Verkleidungstyp aber dank letztjähriger Silvester-Mottoparty bin ich dem nicht mehr negativ gestimmt. Zuerst veranstalteten wir in unserer Wohnung eine Hallo-Wien Party. Ziel war es, sich als österreichische Persönlichkeit zu verkleiden. Ich ging als Niki Lauda.

Hallo-Wien Gruppenphoto

Danach ging es zu einer Motto-Party von ein paar Bekannten und Alex's sehr guten Freunden mit dem Motto "Nicht von dieser Welt". Alex's Mutter nähte uns Yip Yip (die Aliens aus der Sesamstraße) Kostüme. Wir waren zwar ein beliebtes Motiv, aber die Kleinigkeit, dass man mich (rosa Kostüm) für seine Freundin halten könnte, haben wir erst auf der Party umrissen.
Es war trotz alledem ein super Abend und die Blicke, als ich alleine in den 100m entfernten MC-Donalds gegangen bin, um Essen zu besorgen, waren die Mühe schon Wert :D

Blau Alex, Rosa Ich

Sie wollten alle nur meinen Körper

Wer schleicht sich denn da ins Bild


Projekt Madagaksar 


Auch wenn mein Regenwald- und Umweltblog Blog2Help dieses Jahr leider ein bisschen an meinen anderweitigen Tätigkeiten leiden musste, liegt mir das Thema Umweltschutz natürlich immer noch sehr am Herzen. Ich versuche auch das weiter voran zu treiben.
Gut, dass Alex mich auf den Infoabend unseres ehemaligen englisch Professor aufmerksam gemacht hat. Am 5. November hörten wir uns also alles über sein Projekt, welches er seit 2006 in Madagaskar betreibt an. Die Kurzfassung ist: Er versucht durch Sprachunterricht mithilfe von seinen Studenten den Öko-Tourismus voranzutreiben. Viel viel mehr Infos gibt es dazu von mir in den nächsten Wochen bei dem Relaunch von Blog2Help!
Trotz des Umstandes, dass man die Kosten selbst übernehmen muss, gab es über 50 Interessenten und nur für 6 Leute ist Platz. Die erste Hürde mit dem Motivationsschreiben habe ich gut gemeistert. Ok, ich glaube, keiner konnte mit einem der größten Regenwald-Blogs Deutschlands dagegen halten.
Aber da war ja auch noch die nächste Hürde: Das persönliche Gespräch. Natürlich muss er sein Team maßgeblich so auswählen, dass er das Gefühl hat, dass wir das Projekt vorantreiben können und gut mit den fremden Projektmitglieder gut harmonieren. Da half mir mein Bonus wohl nur wenig.

Doch einige Tage später hatte ich die Zusage in meinem Emailpostfach. Von da an starteten die Vorbereitungen. Sparbuch plündern, Teamtreffen, Pass und Visum beantragen und um Impfungen kümmern. Letzteres ist leider immer noch ein Fail. Da ich mich aus logistischen Gründen bei meinem Hausarzt impfen lassen, und nicht beim empfohlenen Tropenarzt, wollte, muss ich den Impfstoff selbst besorgen. Und ohne Witz, in ganz Europa gibt es vor Anfang 2013 keinen Tollwut und Typhus Impfstoff mehr. Das nervt mich immer noch. Aber normalerweise sollte es trotzdem klappen. Alle anderen Impfungen sind zum Glück soweit durch.

Diese wunderschönen Tiere erwarten uns u.a in Madagadkar
Bild: C.Michael Hogan, Wikipedia

Der Dezember wurde dann durch die Fünffachbelastung (vorgezogene Prüfung, Madagaskar, ich hab wieder mit Sport begonnen, Arbeit und meine Blogprojekte) wohl wieder etwas zu viel. Auf dem Geburtstag meiner Schwester und dem unglücklichen Zustand, dass dort fast ausschließlich glückliche Paare (in meinem Alter) die schon teilweise eine Familie gründen, waren, ist mein Betrunkenes-Ich wieder ein bisschen durchgedreht.
Trotz allem Erreichten ist doch die Angst, das Ziel die Traumfrau zu finden und mit ihr und Kinder glücklich zu werden nicht von der Hand zu weisen. Keine Ahnung, warum ich mir da alle halbe Jahr so einen Druck mache :)
Auf jeden Fall endete der Abend mit einem blauem Auge (buchstäblich), das im Nachhinein herausgefunden, zum Glück nur durch einen Sturz passiert ist.
Ich brauche solche Abende wohl, um wieder in die Spur zu kommen. Von da an lief wieder alles gut. Sportlich geht es aufwärts, meine Bachelorarbeit wurde endlich korrigiert und die Note kann sich sehen lassen. Auch die zwei Treffen mit meinem Madagaskar Team waren super (Raclette essen bei mir, Glühweintrinken bei der Leoni) und die vorgezogene Prüfung lief ziemlich gut.

Ausblick 2013

Weihnachten war super, meine Schwester hat mir meinen Party-Crash zum Glück verziehen und beim Verfassen dieses Textes wird mir erst klar, was ich dieses Jahr alles erlebt habe und wie ereignisreich 2013 wohl werden wird. Silvester wird dieses Mal bei einem Kumpel in Belgien gefeiert mit anschließendem 4 Tages-Aufenthalt. Im Februar geht es 5 Wochen nach Madagaskar, danach wird das Projekt Selbstständigkeit vorangetrieben. Und wenn alles glatt geht, starte ich im Sommersemester mit meiner Masterarbeit.